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Kurzinfos / Aktuelles

Vereinsgeschichte

 

Am 25. Mai 1911, Christi Himmelfahrt, erklärten sich 29 Jugendliche nach der Vorlage von Statuten bereit, der „Marianischen Jünglings Sodalität“ beizutreten. Die treibenden Kräfte waren Pfarrer Berkenkopf und die Lehrer Weber und Vielhaber. Vikar Buschmeier war der erste Präses der neuen Vereinigung. Diese beschloss, an den Sonn- und Feiertagen das Fussballspiel zu pflegen. Gespielt wurde anfangs auf dem Steetsberg, später jedoch auf den Gemeindewiesen.

Am 19.11.1911 fand die erste Wahl eines Vorsitzenden statt. Gewählt wurde Bernhard Florett. Ihn unterstützten Heinrich Junker als Schriftführer, Lehrer Weber als Kassierer und Spielleiter, Johannes Langesberg als Gerätewart, Friederich Bahnschulte und Franz Gockel als Berater. Um Friederich Bahnschulte bildete sich schon bald eine Turngruppe, die von dem Gesellenverein in Neheim mit Turngeräten und Ausbildern unterstützt wurde. Der erste Weltkrieg setzte den Aktivitäten ein Ende, da die älteren Spieler eingezogen wurden. Erst 1918 mit Rückkehr einiger Spieler bildete sich die Gemeinschaft neu. Dabei entstand der Versuch, die kirchliche Vereinigung der Sodalität aus dieser Verbindung zu lösen. Ein Junggesellenclub mit loser Verbindung der Mitglieder nannte sich „Sorgenfrei“, um die Ungebundenheit seiner Mitglieder zu verdeutlichen. Es ist besonders das Verdienst von Pastor Berkenkopf, dass aus dieser Abspaltung doch wieder eine feste Vereinigung mit klaren Zielen wurde. Vorstandssitzungen in der Pfarrei und sogar Vorverlegungen der sonntäglichen Andachten zu Gunsten der Spieltermine lassen sein Engagement für die Gemeinschaft erkennen. Teilnahme an Sportfesten der Nachbarvereine und Freundschaftsspiele in Niederense waren die Voraussetzung für die weitere Entwicklung der Sodalität.

Aus den rein katholische Jünglingsvereinen entwickelte sich 1920 mit Bildung der Gesellenvereine schließlich überall die neue fest organisierte „DEUTSCHE JUGENDKRAFT“, DJK. Schon 1922 entstand die DJK Ruhr- Hönne mit den Vereinen aus Menden, Lendringsen, Wickede, Neheim, Werl, Arnsberg, Meschede und Oeventrop. Mitbegründer war Lehrer Temme, der 1924 an die Volksschule in Niederense kam. Er übernahm die Leitung der Marianischen Jünglingssodalität und ihre Sportabteilung und führte diese in die DJK. Damit waren für die sportliche Entwicklung die Weichen gestellt. Anton Hartmann und Franz Rohe lösten von 1928 bis 1930 Leo Temme ab. Dann übernahm der bisherige Geschäftsführer Fritz Schiermeister den Vorsitz des Vereins. Die spielerische Leistung war zu diesem Zeitpunkt schon recht bemerkenswert, spielte man doch in der Gau-Liga des Sauerlandes der DJK.

1928 ging es auf dem Harkortberg in Wetter sogar um den Südwestfalen-Meister. 1932 war die Mannschaft so stark, dass sie in Bochum bei der Rhein-Weser-Meisterschaft mitspielen konnte. Spieler zu dieser Zeit waren F. Luig, K. Wulf, J. Langesberg, J. Rohe, F. Rohe, C. Häkel, J. Dümpelmann, O. Schütte, A. Grüne, B. Nachrichter, H. Schnieder, R. Timmermann.

Die sportlichen Aktivitäten in den übrigen Gemeinden des damaligen Amtes Bremen, der heutigen Gemeinde Ense, waren mittlerweile so groß, dass auch Spiele mit Bremen, Höingen und Lüttringen zu echten „Derbies“ wurden. In diese Zeit fiel auch die Gründung des Amtssportfestes, des heutigen Gemeindesportfestes durch Fritz Schiermeister und Karl Kleine vom Höinger Spielverein. Die Teilnahme der Fußballspieler an den leichtathletischen Wettkämpfen war Ehrensache und führte oft zu beachtlichen Leistungen. Anton Grüne, Karl Dülberg, Anton Brunnberg, Paul Langesberg, Josef Dümpelmann, und Bernhard Nordhoff waren Sportler, die bei Wettkämpfen, vor allen Dingen bei 1500m Staffelläufen, erfolgreich waren.

So komfortable Wettkampfstätten wie heute mit einer 400 m Rundlaufbahn, gab es damals noch nicht. Es wurde in Niederense auf den Straßen gelaufen z. B. 100m in der Poststraße oder in der Bahnhofstraße ab Häken in Richtung Bahnhof, 400m ab Schulte Rosebaum/Florett in Richtung Bahnhof, 1000m ab Bahnhof über Himmelpforten, Kösters Ufer, Riesenberg und zurück zum Bahnhof, oder ab Bahnhof bis zum Steetsberg. Die Strecken lassen erkennen, dass es sich dabei mehr um Geländeläufe als um reine Laufbahnwettbewerbe mit „Weltrekorden“ handelte.

Autofahrten zu den einzelnen Wettkämpfen gab es damals noch nicht. Zwischen drei Möglichkeiten konnte der Sportfreund wählen: zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit der Bahn. Die Bahn bot damals unseren Sportlern bei Fahrten in der Woche 50% und am Sonntag 25% Ermäßigung an.

Schon 1927 traute sich der Verein die Organisation eines großen Bezirksturnfestes zu. Welch große Mühe ein solches Fest für die Verantwortlichen damals bedeutete, können wir uns heute bei den Möglichkeiten des Einsatzes der modernsten Informationstechniken kaum vorstellen. Selbst eine Festhalle oder eine Musikkapelle gab es zu diesem Zeipunkt noch nicht in unserem Ort. Die Schützen ließen unendgeltlich das Festzelt eine Woche länger stehen. Alle im Dorf fassten mit an: der Männergesangverein, der Schützenverein, eine Gemeinschaft der Krieger und Landwirte sowie natürlich auch alle anderen Organisationen der Jünglingssodalität. Den musikalischen Rahmen gab ein 30 Mann starkes Blasorchester der Sodalität Hagen.

Das Fest war ein sportlicher Höhepunkt in der frühen leichtathletischen Geschichte des Vereins. Gekrönt wurde es mit der ersten Fahnenweihe des Vereins durch den Jesuitenpater Taepper. Ein abendlicher Fackelzug aller Beteiligten zog aus diesem Anlass durch das festlich geschmückte Niederense. Deutlich ist immer wieder die recht enge Bindung der Gemeinschaft an die Kirche zu erkennen. Schule und Kirche spielten damals die zentrale Rolle in den Gemeinden.

Um auch im Winter Sport betreiben zu können, wurden Wintersportgeräte angeschafft, die sogar mit 50% vom Regierungspräsidenten bezuschusst wurden. Es waren nach vorliegenden Aufzeichnungen Schneeschuhe und Rodelschlitten. Dass auch damals schon alles seine Ordnung haben musste, ist an einem Schreiben zu erkennen, in dem der katholische Gesellenverein Neheim nichts gegen einen Spielerwechsel von Josef Peck zur DJK Niederense einzuwenden hat.

Bedenkt man, dass 1927 der Ort Niederense noch wenige Einwohner hatte, so ist es erstaunlich, dass 71 Mitglieder in der DJK waren. 22 Fußballspieler und 12 Turner waren gemeldet. Dass auch damals schon der Verein offen für andere Sportarten war, ist an der Gründung einer Tischtennisgruppe am 10.4.1927 zu erkennen. Um die notwendigen Vereinsversammlungen ordentlich abhalten zu können, stellte die Gemeinde einen Schulraum für diese Zwecke zur Verfügung.Auch eine Unfallversicherung bei der Frankfurter Allgemeinen Versicherung mit einer Todesfallauszahlung von 1000 Reichsmark gab es schon.

Es war eine Blütezeit des Vereins, der eine tragende Rolle in unserem Ort spielte. So ist es nicht verwunderlich, dass neben gemeinsamen Besuchen religiöser Treffen wie z. B. dem Diözesetag in Hagen oder dem Katholikentag in Dortmund die Gemeinschaft sogar eine Theatergruppe hatte. Ein noch bekannter Titel, der aufgeführt wurde, war „Solange dein Mütterlein noch lebt.“

Leider wurde diese Entwicklung durch den Nationalsozialismus, der die Jünglingssodalitäten und die DJK auflöste, unterbrochen. Die Kriegsjahre entzogen dem Verein die männlichen Sportler und ließen einen geregelten Sport nicht mehr zu. Das Vereinsvermögen und auch die Fahne wurden beschlagnahmt und vernichtet. Sollte noch Fußballsport betrieben werden, so musste dies in nicht kirchlichen Vereinen geschehen. Die Turner hatten sich dem Deutschen Turnerbund anzuschließen. So gingen die wenigen noch aktiven Sportler aus Niederense nach Bremen oder Höingen, die sich zu diesem Zeitpunkt schon dem DFB, dem Deutschen Fußballbund angeschlossen hatten.

Der Wiederaufbau des Vereins begann schon kurzzeitig nach dem Krieg. Franz Richter, Franz Hartmann, Franz Schnieder, Heinrich Westermann und Hubert Huckelmann waren die Männer der ersten Stunde. Bei der Anmeldung des Vereins bei der Militärregierung in Soest am 16.10.45 wurde die anfängliche Bezeichnung „DJK, Verein für Rasensport“ in „Sportverein“ umbenannt. Dabei musste in die Satzung der Zusatz aufgenommen werden: „Der Verein soll ausschließlich dem Sport dienen und völlig frei sein von militärischen Tendenzen.“ Der zu diesem Zeitpunkt gewählte Vorsitzende Franz Hartmann musste bescheinigen, dass kein Vorstandsmitglied der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen angehört hatte.

Der Neuanfang des Vereins war auf Grund der frühen Nachkriegszeit äußerst schwer. „Organisieren“ war das Wort der Zeit. Alles, was für den Sport benötigt wurde, musste durch Tausch oder Spenden erworben werden. So wurde das Holz für die Tore des ersten Spielfeldes nach dem Krieg auf dem Steetsberg sonntags morgens in aller Frühe, während der Oberförster in der Kirche war, aus dem Tannenwald geholt. Die Barrieren um den Platz wurden aus Bruchholz der Möhnekatastrophe am Möhneufer gefertigt, das mit einem selbst gezimmerten Floß auf der Möhne transportiert wurde. Geschäftsleute unterstützten auch damals schon den Verein mit ihren Möglichkeiten. Das galt z. B. für die Fuhrunternehmen. So kann man sich heute kaum noch vorstellen, dass zu einem Sportfest in Ost-Wennemar die Sportler und Begleiter mit einem Traktor und drei Anhängern gefahren wurden. Die logische Folge dieses Engagements aller Sportfreunde war ein starker Zuwachs auf 173 Mitglieder, die sich 1947 dem Deutschen Fußballbund anschlossen.

In diesem Jahr fand auch das erste Amtssportfest in Niederense statt. Es wird berichtet, dass das Fest ein großer Erfolg war und die Stimmung im Festzelt vor der Gaststätte Luhmann besonders durch „selbst gebrannten Schnaps“ angeheizt wurde. Immer mehr Erfindergeist zur Finanzierung des Vereins führten zu Tanzfesten zwischen Weihnachten und Neujahr mit großer Verlosung oder auch Theaterspielen zu Gunsten der „Kriegerfrauen“. In diese Zeit fällt auch die Geburtsstunde des Rosenmontagsballes. Von 1952 bis 1954 fanden sogar Karnevalsumzüge durch unser Dorf statt, die aber leider aus Kostengründen wieder gestrichen wurden.

Der Sportbetrieb wurde näher zum Dorf, vom Steetsberg auf das Heuerwerth verlegt. Die Spieler sorgten selbst für ihre Kleidung. Da nicht alle Sportschuhe kaufen konnten, wurden diese untereinander ausgetauscht.

Als 1951 Fritz Schiermeister wieder die Führung des Vereins übernahm, wurde mit einer Tischtennisgruppe das Sportangebot erweitert. Auch der Turnbetrieb wurde wieder aufgenommen. Bei der Einweihung des erneut verlegten Sportplatzes auf das Gelände des ehem. Klosters Himmelpforten lockerten Vorführungen der Turnriege die spannenden Fußballspiele gegen Werl, Hüsten 09, VfL Berge und Sportfreunde Neheim auf. Es war eine Zeit der sportlichen Blüte unseres Vereins. Die Freizeit der Jugend und Erwachsenen konzentrierte sich auf das Spiel mit dem runden Leder. So ist es nicht verwunderlich, dass sich dies auch in der Spielstärke der Seniorenmannschaft zeigte. Von 1954 bis 1967, von 1973 bis 1976 und von 1976 bis 1984 spielte die Mannschaft in der Bezirksliga Hellweg bzw. Sauerland. Gegen Soester SV oder Preußen Werl waren dann mehr als 500 Zuschauer in der Möhnekampfbahn und feuerten den TuS an.

Unter Hans Böhmer erstarkte auch die Turn- und Leichtathletikgruppe. Teilnahmen an großen Turnfesten 1953 in Hamburg, 1958 in München und 1968 in Berlin sowie an Landes-, Westfälischen-, Gau- und Bezirksturnfesten kennzeichnen auch die überörtlichen großen Aktivitäten. Erfolge waren unter anderen der Bezirkswaldlaufmeister von Clemens Wiegard oder auch der Gaumeistertitel von Reinhard Nickisch 1954 im Weitsprung.

Die Turngruppe hielt ihre Übungsstunden in der Bahnhofsgaststätte, der heutigen Gaststätte Bauten, im großen Saal ab. Der Raum war den Sportlern von dem damaligen Eigentümer, der RLE, zur Verfügung gestellt worden. Das große Interesse der Turner läßt sich auch daran erkennen, dass sie in den kalten Wintermonaten selber dafür sorgten, dass der sonst kalte Raum geheizt wurde. Immer vor den Übungsabenden holten sie vom Sägewerk Hennecke gestiftetes Holz auf einem Handwagen und wärmten damit den Raum. Sofern die Turngeräte nicht selbst gebaut waren, wurden sie von der DJK Werl ausgeliehen.

Ende der 50-ger Jahre nutzte die RLE den Saal wieder selber. Damit stand die Turngruppe vor dem Aus. Eine mutige Entscheidung und das persönliche Engagement des damaligen 1. Vorsitzenden Fritz Schiermeister führte zum Bau der Turnhalle, die heute noch den Mittelteil der Hubertus Halle bildet. Mit viel Überzeugungskraft und zahlreichen Gesprächen mit der Regierung, dem Kreis und den Verantwortlichen des damals noch selbständigen Niederenser Gemeinderates zur finanziellen Unterstützung brachte er die Niederenser damals zu dieser wohl neben dem Bau der St. Bernhardus Kirche größten Gemeinschaftsleistung unseres Ortes. So konnte die Halle 1957 eingeweiht werden.

Nur wenige Sportvereine im Umkreis nannten eine solche Turnhalle ihr Eigen. So ist es nicht verwunderlich, dass der TuS eine willkommene Adresse für große Turnfeste war. Dazu trugen natürlich auch die guten Leistungen unserer Sportler bei.

Höhepunkte dieser Zeit waren die Bezirksturnfeste 1959, 1965 und das Gauturnfest 1971 in der mittlerweile großen Möhnekampfbahn am Heuerwerth. An diesen Festen nahmen mehr als 600 Sportler als Leichtathleten und Turner teil. Das bedeutete große Herausforderungen für den Verein, der mit Hilfe der Ortsvereine die Feste zu noch heute begeisternden Erinnerungen für alle beteiligten Sportler machte.

Die neue Möhnekampfbahn mit einem herrlichen Rasenplatz, einer 400 m Laufbahn, Kugelstoß-, Weit- und Hochsprunganlagen und einem neuen Sportheim brachte auch den erhofften Schwung in die Fußballabteilung. Vielen sind die nun folgenden großen Spiele in der Zeit der Bezirksklassenspiele noch bekannt. Der wohl größte Einzelerfolg der Seniorenmannschaft war das Pokalspiel gegen den damaligen Aufsteiger in die zweite Bundesliga, die Mannschaft von Erkenschwick in der 1. DFB Pokal-Hauptrunde. In der 87. Minute stand es vor über 1000 Zuschauern noch 1 : 1. Dann fiel das alles entscheidende 1:2, und die Mannschaft musste sich nach einem großartigen Spiel geschlagen geben.

Der Bekanntheitsgrad unserer Mannschaft führte auch in den 80er Jahren zu unvergessenen Freundschaftsspielen gegen die damals noch zu erschwinglichen Kosten spielenden Bundesligamannschaften von Schalke 04 und Borussia Dortmund auf unserer Anlage.

Eine rührige Alte Herren Mannschaft des TuS konnte schon 1983 ihr 20- jähriges Bestehen feiern. Sie bildete eine feste Größe, in dem Mitte der 80gerJahre auf über 500 Mitglieder angewachsenen Verein. Stellvertretend für viele engagierte Vorstandsmitglieder dieser Zeit, ohne die alle diese Erfolge nicht möglich gewesen wären,stehen Hans Böhmer, Karl Düllberg, Werner Diek, Franz Grüne, Hans Rahmann, Franz Kegel und Engelbert Herbers. Fest verbunden mit der Vereinsgeschichte bis zu dieser Zeit ist auch der Name Fritz Schiermeister, der 41 Jahre im Vorstand und davon 36 Jahre als Vorsitzender (1931 – 1945 / 1951 – 1971) die Geschicke des Vereins nicht unwesentlich beeinflusste. Mit einer Sport-Ehrenplakette des Regierungspräsidenten Arnsberg wurde er neben anderen hohen Auszeichnungen verschiedener Verbände für sein lebenslanges, ehrenamtliches Engagement für den Sport gewürdigt.

Mit Franz Schnieder fand der TuS 1971 einen würdigen Nachfolger, der für die nächsten14 Jahre das Zepter in die Hand nahm.

Die Aufbaujahre der Nachkriegszeit waren vorbei und die Gesellschaft entdeckte neben der Arbeit auch den Wert der Freizeitgestaltung als Ausgleich zu den beruflichen Belastungen. Die Verkürzung der Arbeitszeit und auch der sich abzeichnende Wohlstand ermöglichten immer mehr, sich individuell auf eigene Wünsche und Vorstellungen auch im Sport einzustellen.

So ist es nicht verwunderlich, dass an den TuS der Wunsch nach neuen Sportarten herangetragen wurden. Franz Schnieder sah besonders darin seine Aufgabe, den Wandel durch ein reichhaltigeres Angebot auch in unserem Verein zu unterstützen. So wurde das Sportangebot erweitert um Badminton, Spielturnen für Mädchen, Volleyball für Mädchen, eine Freizeitsportgruppe und eine Damenturnriege.

Allerdings die Nr. 1 blieb der Fußball.

Die auf 11 Mannschaften vergrößerte Abteilung forderte den Vorstand besonders heraus, die Möhnekampfbahn immer in gutem Zustand zu erhalten. So wurde 1972 mit starker Unterstützung des Tiefbauunternehmens Gerhard Wetzel in Eigenleistung ein Ausweichplatz hinter dem großen Sportgelände geschaffen. Da auch das Sportheim zu klein wurde, musste gleichzeitig neuer Platz für die Geräte geschaffen werden. Da der dafür bestimmte Raum einige Meter vom alten Sportheim entfernt errichtet wurde, bot sich 1979 durch ein Spende der Fa. Esjot die Gelegenheit, den Zwischenraum mit einem Wetterschutzdach zu versehen, um den Besuchern der Sportveranstaltungen bei schlechtem Wetter ausreichend Schutz bieten zu können.

Leider endete das große Engagement von Franz Schnieder als 1. Vorsitzender 1984 durch seinen plötzlichen Tod. Seine Verdienste um die Erhaltung der Möhnekampfbahn, die sichere Führung der Spielerabteilung und die Öffnung des TuS auch für andere Sportangebote als Turnen, Leichtathletik und Fußball waren eine gute Voraussetzung für seinen Nachfolger.

Einstimmig wurde Otto Pukrop zum neuen Vorsitzenden des TuS gewählt. Lange Erfahrung als aktiver Sportler, aber auch als Vorstandsmitglied seit 1967 und seit 1973 zweiter Vorsitzender empfahlen ihn für diese Aufgabe. So war die Kontinuität des TuS Erfolges gesichert.

Der starke Trainingsbetrieb der Fußballmannschaften machte es 1985 notwendig, durch den Bau einer 52.000,-- DM teuren Flutlichtanlage auf dem zweiten Spielfeld die Übungszeiten auch im Winter in den Abendstunden aufrecht erhalten zu können. So stand weiterhin der Fußball mit seinen aufwändigen Platzanlagen im Mittelpunkt der Vereinsarbeit. Trotzdem entwickelte sich der Verein auch im Breitensport weiter. 1985 wurde eine Rythmische Gymnastik Gruppe für Frauen ins Leben gerufen, die auch heute noch fester Bestandteil des Sportangebotes ist.

1986 gründete sich aus einem lockeren Verbund von Freunden, die in Kellern oder Garagen mit dem kleinen Zelluloidball kämpften, eine kleine aber schlagkräftige Tischtennisgruppe neu, die jetzt auch zu offiziellen Wettkämpfen antrat. Die zur Schule gehörende Turnhalle bot der Abteilung die besten Trainingsmöglichkeiten.

1986 beging der TuS sein 75 jähriges Jubiläum. Mit 550 Mitgliedern

war der Verein zum zweitgrößten in unserer Gemeinde geworden. 11 Fußballmannschaften, die Turnabteilung mit den unterschiedlichen Gruppen und die Freizeitsportler boten den Niederensern viele Möglichkeiten sportlicher Betätigung. Über 220 Jugendliche wurden Woche für Woche von den vielen ehrenamtlichen Übungsleitern betreut. So wurde das Jubiläum zu einem Fest des ganzen Dorfes.

Wenn auch 1984 mit dem Abstieg der ersten Mannschaft aus der Bezirksklasse Sauerland eine Ära des Fußballs zu Ende ging, so ließ doch die Begeisterung an diesem Sport nicht nach. Eifrige Trainingsarbeit aller Altersgruppen und die Nutzung des zweiten Sportplatzes zum Spielbetrieb, zwangen 1988 den TuS, den nur planierten Platz als ordentliche Spielfläche aufzuarbeiten. In Eigenleistung wurden beide Torräume großflächig bis zum 16 Meterraum ausgekoffert, mit Drainage versehen und mit Mutterboden und Sandgemisch wieder aufgefüllt und eingesät. Gleichzeitig wurde zusammen mit dem Nachbarverein, dem Enser Tennis Club, ein Ballfangzaun zur Tennisanlage errichtet, um bei dem stärker werdenden Trainingsbetrieb die Fußbälle vor den Tennisplätzen abzufangen. Der wachsende Ortsteil Niederense und die individuelle Nutzung auch von privaten Sporteinrichtungen führten dazu, dass es in den letzten Jahren eine besondere Aufgabe im Fußballbereich war, die jahrgangsschwachen Jugendmannschaften weiter im Spielbetrieb zu halten. Daher wurden immer wieder Spielgemeinschaften mit anderen Sportvereinen der Nachbarorte gebildet. So haben wir im Augenblick eine sehr gute Gemeinschaft mit den Höinger Sportfreunden. Voraussetzung für solche Lösungen sind natürlich auch die guten Anlagen unserer Möhnekampfbahn.

So sorgte die Jugendabteilung dafür, dass am Geräteraum ein kleiner Imbiss-Stand angebaut wurde, um den Gästen an den Spieltagen auch etwas anbieten zu können. Die immer größer werdende Zahl der Jugendlichen machte es erforderlich, dass 1992 das Sportheim um einen Jugendraum erweitert wurde, an den sich ein Raum als „Sportler Treff“ anschließt. 120 Mitglieder leisteten unter der fachmännischen Leitung von Otto Pukrop über 4000 Arbeitsstunden. Nur so konnte der Bau mit der Regierungs- und Gemeindebezuschussung und den Spenden von TuS Freunden vollendet werden.

Dass solche Aktionen nur unter bestimmten Voraussetzungen gelingen, hat auch die im Jahr 2000 notwendige Dachsanierung des alten Sportheimdaches gezeigt. Auch hier war der 1. Vorsitzende Otto Pukrop wieder die treibende Kraft, die Mitglieder erneut zu großer Eigenleistung anzutreiben.

Immer wieder müssen die notwendigen finanziellen Mittel für alle diese Vorhaben beschafft werden. Die von Gemeinde oder Regierung zur

Verfügung gestellten Gelder reichten nicht aus. So war und ist es immer notwendig, dass der Verein mit Veranstaltungen unterschiedlichster Art für zusätzliche Einnahmen sorgt. Sportwerbewochen, Oldinights, Discos, Knobelwochenenden in den Gaststätten, Weihnachtsverlosungen sowie das jährliche Karnevalsfest sind einige der Aktivitäten des vergangenen Jahrzehnts.

Wenn auch die erste Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga nicht wieder schaffte, so hat das vor allen Dingen bei der Jugend die Begeisterung für den Fußballsport nicht verringert. 17 Mannschaften sind heute aktiv, wobei die Jugendmannschaften um eine Mädchenmannschaft erweitert wurden.

Auch die schon in den 70ger Jahren unter der Leitung ihres langjährigen Abteilungsleiters und heutigen Ehrenmitgliedes Paul Sander starke Mannschaft der „Alten Herren“ entwickelte sich zu einer schlagkräftigen Abteilung mit 3 Mannschaften. Sie sind die erfolgreichsten Spieler des Vereins und waren 1997 als Ü 40 und 2000 als Ü 50 Westfalenmeister, der höchste je erreichte Titel einer TuS Mannschaft. Besonders zu erwähnen sind Theo Bonnekoh-Nüse als überragender Torwart und Walter Gosselke als herausragender Torschütze, der zudem im Jahr 2000 zum Sportler des Jahres Werl/Wickede/ Ense gewählt wurde.

Aber auch die anderen Abteilungen des TuS waren und sind sehr aktiv. So bietet die Turnabteilung ohne Wettkampfvoraussetzungen vor allen Dingen den Mädchen und Frauen die Möglichkeit sportlicher Betätigung. Abteilungen wie Mutter-Kind-Turnen, Kinderturnen und Gymnastik ab 50Jahre sind neu hinzugekommen und ergänzen die Rhythmische Gymnastik und die Damenturnriege.

Ein weiteres Aushängeschild unseres Vereins ist heute die Jungen Tischtennismannschaft, die sich 1994 nach den Enser Minimeisterschaften bildete. Seit dieser Zeit spielen Joachim Rahmann, Guido Rahmann und Daniel Langesberg zusammen. Seit 2 Jahren gehört Eyke Rhöse zum Team.

Diese Mannschaft spielt in der Jungen Bezirksklasse des TT-Bezirks Arnsberg. Als Ziel haben sie sich den Aufstieg in die Bezirksliga gesetzt.

Ihre bisherigen Leistungen wurden in der Gemeinde Ense durch die Wahl zur Mannschaft des Jahres 1999 gewürdigt. Auf diese Auszeichnung sind die Spieler besonders stolz. Eine Stütze der Mannschaft ist Guido Rahmann, der 1998 die Bezirksmeisterschaft errang und anschließend bei den Westdeutschen TT-Ranglistenspielen einen hervorragenden 6. Platz belegte

Anfang 2001 wurde das sportliche Angebot des TuS nochmals erweitert. Die „Filous“, eine schon seit einigen Jahren im privaten Rahmen agierende Rad-Akrobatik Gruppe, hat sich unserem Verein angeschlossen.

Die Aufgeschlossenheit anderen Sportarten gegenüber und die Weitsicht für die Entwicklung in der individuellen Nutzung der Freizeit der heutigen Jugendlichen und Erwachsenen hat unter Otto Pukrops Führung des TuS diesen zu einem Großverein mit 730 Mitgliedern, davon 520 männliche und 210 weibliche Sportlern gemacht. Über 40 Vorstandsmitglieder versuchen, die Aktivitäten von 29 Mannschaften und Sportgruppen zu leiten und zu begleiten. Auf diesem Höhepunkt bat er um Ablösung von der 17- jährigen erfolgreichen Vereinsführung.

Diesem Wunsch hat nach vielen Gesprächen mit der Bitte der Weiterführung des Vereins schließlich die Generalversammlung vom 16. März 2001 entsprochen. Einstimmig wurde Otto Pukrop von der mit über 100 Mitgliedern voll besetzten Versammlung auf Vorschlag des Vorstandes zum Ehrenmitglied des TuS gewählt.

Sein Nachfolger, der bisherige 2. Vorsitzende Hans-Josef Schiermeister, hat nun zusammen mit dem neuen zweiten Vorsitzenden Werner Schickhoff, dem Geschäftsführer Reimund Langesberg und dem Kassenwart Alois Langesberg sowie den übrigen Vorstandsmitgliedern die Aufgabe, den über viele Jahrzehnte von hervorragenden Vorsitzenden geführten Verein, auch in Zukunft erfolgreich weiterzuführen.

Im Jahr 2004 hat Werner Schickhoff nach langjähriger erfolgreicher Vorstandsarbeit seinen Posten des zweiten Vorsitzenden zur Verfügung gestellt. Manfred Hanke wurde auf der Genarlversammlung am 06.03.04 zum neuen zweiten Vorsitzenden gewählt.

Seit dem Mai 2005 ist der neue erste Vorsitzende Hans-Werner Neumann.

Wir danken Hans-Josef Schiermeister für die Jahre, in denen er dem Verein als erster Vorsitzender gedient hat.

Danke an Hans Josef Schiermeister für die Erstellung dieser Cronik

 


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2017 Daniel Langesberg / Christel Hagen für den TuS Niederense